Aber was dann?
Der erste bundesweite Warntag fand im September 2020 statt, nachdem es zuvor über 30 Jahre keinen solchen landesweiten Tests gab. Er wurde über Rundfunk, Fernsehen und Zeitungen angekündigt, so dass wir sehr gespannt während unserer Sitzung im Rathaus auf den Alarm warteten. Hingegen, ein Alarm erreichte uns nicht. Die Stadt Helmstedt hat tatsächlich an dem 1. Warntag nicht teilgenommen, obwohl im ersten Jahr der Corona-Pandemie dringender Handlungsbedarf angenommen werden konnte.
Seitdem haben wir jährlich die Entwicklung der folgenden Warntage mit Interesse verfolgt.
Seit 2020 gab es reichlich Anlässe für ein funktionierendes Warnsystem. Spätestens seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine am 24. Februar 2022 ist Krieg als eine überwunden geglaubte Katastrophengefahr hinzugekommen.
Auf Krieg in Deutschland sind wir nicht (mehr) vorbereitet. In einem bundesweiten Ratgeber gibt es Hinweise. Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner!
Wie sieht es in Helmstedt aus? Für wie viele Bürger stehen Luftschutzräume zur Verfügung? Unser Gesundheitssystem ist schon im Normalfall begrenzt. Sind ausreichende Medikamentenvorräte vorhanden. Gibt es Pläne zur Versorgung von Verletzten?
Andere örtlich und zeitlich begrenzte Katastrophenfälle konnten in der Vergangenheit nach einiger Zeit bewältigt werden. Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021 führte offensichtliches Versagen der örtlichen Gefahrenabwehrbehörden zum Tod von 185 Menschen. Dabei hätte eine rechtzeitige Warnung, wie sie knapp ein dreiviertel Jahr davor geübt worden ist, das Schlimmste verhindern können. Wenn nicht einmal die Warnung funktioniert, wie soll dann die Bewältigung von Katastrophen gelingen.
5 Jahre später,
am 11. September 2025 war nun der 4. bundesweite Warntag.
Diesmal funktionierten die Benachrichtigung und die Entwarnung. Die neu in der Stadt Helmstedt aufgebauten Sirenen waren immer noch nicht betriebsbereit.
Gewarnt sind wir nun, aber was sollen wir machen?
.Wo sollen wir hin?
.Wo gibt es Hilfe?
.Wer kümmert sich darum?
Unter anderem wurde das Szenario eines mehrtägigen Stromausfalls und seine Auswirkungen durchgespielt.
Besonders in Großstädten dürfte das wahrlich eine Katastrophe sein. Im Ernstfall wird das Handynetz nach kürzester Zeit wegen Überlastung ausfallen. Not- und Rettungsdienste, geschweige denn Bürgertelefone werden wegen Überlastung zusammenbrechen.
Information der Bürger in Helmstedt über Lebensmittelversorgung, Krankenversorgung, Wasserversorgung, Brennstoffversorgung, Treibstoffe, Notunterkünfte in Katastrophenfällen – Fehlanzeige.
Selbst die Informationsgewinnung durch Rundfunk und Fernsehen über das öffentliche Stromnetz dürfte nach einiger Zeit ausfallen.
Es scheint, dass jeder im Katastrophenfall auf sich gestellt ist.Folgerichtig rät das "Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“ mit einer Checkliste zur persönlichen Notfallvorsorge.
Wir fordern !
Die Warntage müssen vor Ort mit echten Szenarien und Beteiligung der Bürger in Helmstedt und in der Nachbarschaft hinterlegt werden. Nur so kann man Organisationsmängel und Ausstattungsbedarf feststellen und dann bitte auch unverzüglich beheben.
Seit dem 11.11.2025 wurde diese Seite 3157 mal aufgerufen.